Linuxfibel - Unix-Werkzeuge - Sed
Aus LinWiki.de
Inhaltsverzeichnis
|
[Bearbeiten] Übersicht
Der Stream Editor ist kein herkömmlicher Editor wie Vi oder Emacs. Der Sed arbeitet nicht interaktiv; er wird mittels Kommandozeilenoptionen oder durch ein Skript gesteuert. Der Stream Editor modifiziert niemals das Original, sondern schreibt das Ergebnis auf die Standard-Ausgabe. Die aktuell betrachtete Zeile lädt der Sed in einen temporären Puffer - nachfolgend als Arbeitspuffer bezeichnet.
Der Aufruf des Stream Editors auf der Kommandozeile besitzt immer folgendes Format:
sed 'Kommando' Dateiname
Wenn man dem Sed eine Variable übergeben möchte, eignet sich die Verwendung von doppelten Anführungszeichen. Das ist vor allem in Skripten oft der Fall. Siehe auch Bashprogrammierung
sed "Kommando mit $Variable" Dateiname
Das hängt damit zusammen, dass die Bash den Inhalt von einfachen Anführungszeichen als reinen Text versteht. Inhalt der doppelten Anführungszeichen jedoch wird auf Sonderbedeutung überprüft. Die doppelten Anführungszeichen haben aber auch zu Folge, dass man das $-Zeichen bei der Addressierung nicht einfach so verwenden kann. Um die Sonderbedeutung es $-Zeichen in doppelten Anführungszeichen aufzuheben, muss ein Backslash vorangestellt werden (\$). Siehe auch das letzte Beispiel von Linuxfibel - Die Bash - Kommando
[Bearbeiten] Die Kommandos des Sed
Die Aktionen von Sed werden durch Kommandos gesteuert. Diese Kommandos können Zeilenangaben oder -bereiche enthalten, dann betrachtet der Editor nur die Zeilen der zu bearbeitenden Datei. Fehlt eine solche Angabe, bearbeitet Sed die gesamte Datei.
Bevor wir das Verhalten anhand von Beispielen kennen lernen, seien alle Kommandos aufgeführt:
- a
- Fügt eine oder mehrere Zeilen an die aktuelle Zeile an
- c
- Ersetzt Text in der aktuellen Zeile
- d
- Löscht Zeile(n)
- g
- Kopiert den Inhalt eines temporären Puffers in den Arbeitspuffer (dessen alter Inhalt geht verloren)
- G
- Fügt den Inhalt eines temporären Puffers an den Inhalt des Arbeitspuffers an
- h
- Kopiert den Inhalt des Arbeitspuffers in einen temporären Puffer
- H
- Fügt den Inhalt des Arbeitspuffers an einen temporären Puffer an
- i
- Fügt Text oberhalb er aktuellen Zeile ein
- l
- Zeigt nicht druckbare Zeichen an
- n
- Wendet das nächste Kommando anstelle des aktuellen Kommandos auf die nächste Zeile an
- p
- Druckt Zeile(n)
- q
- Beendet den Editor
- r
- Liest Zeilen aus einer Datei
- !
- Wendet das Kommando auf Zeilen an, die nicht zutreffen
[Bearbeiten] Substitutionskommandos des Sed
Im Zusammenhang mit Substitutionen werden die Kommandos häufig als Flags bezeichnet. Beachten Sie, dass die Wirkung mancher Kommandos (»g«) aus dem Kontext entschieden wird.
- g
- Globale Ersetzung (jedes Vorkommen des Musters auf der Zeile)
- p
- Ausgabe der Zeile in Verbindung mit "s".
- s
- Ersetzen eines Musters durch ein anderes
- w
- Ausgabe der bearbeiteten Zeilen in eine Datei
- x
- Austausch des Inhalts des Zwischenspeichers mit der aktuell bearbeiteten Zeile
- y
- Ersetzen eines Zeichens durch ein anderes
[Bearbeiten] Reguläre Ausdrücke des Sed
Von den Regulären Ausdrücken versteht der Stream Editor Folgende:
- ^
- Zeilenanfang
- $
- Zeilenende (bei der Adressierung steht das Zeichen für die letzte Zeile)
- .
- Ein Zeichen (Ausnahme ist der Zeilenumbruch)
- *
- Keine, eine oder mehrere Wiederholungen des vorhergehenden Buchstabens / der vorhergehenden Gruppe
- [...]
- Ein Zeichen aus der Menge
- [^...]
- Kein Zeichen aus der Menge
- \(...\)
- Speichern des enthaltenen Musters
- &
- Enthält das Suchmuster
- \<
- Wortanfang
- \>
- Wortende
- x\{m\}
- m-fache Wiederholung des Zeichens x
- x\{m,\}
- Mindestens m-fache Wiederholung des Zeichens x
- x\{m,n\}
- Mindestens m-, maximal n-fache Wiederholung des Zeichens x
[Bearbeiten] Adressierung und Beispieltext
Die Handhabung des Stream Editors erlernen Sie vermutlich nur durch Beispiele. Es liegt also nahe, dem Leser mittels des Beispieltextes gleichzeitig neues Wissen einzuimpfen. Die folgende Abhandlung diskutiert die Adressierungsmöglichkeiten des Sed (das Schema lässt sich u.a. auch im Vi anwenden):
user@sonne> cat sedtest.txt
Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format:
sed 'Kommando' Dateiname
Dabei kann dem Kommando mitgeteilt werden, welche Zeilen der
Eingabedatei es bearbeiten soll. Als Adressierung kommen folgende
Mechanismen in Frage:
Keine Angabe Alle Zeilen
Nummer Genau diese Zeile
Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende"
$ Symbolisiert die letzte Zeile
RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten
1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
Um die spätere Arbeit des Editors besser verfolgen zu können, nummerieren wir noch die Datei:
user@sonne> nl -w 2 -b a sedtest.txt | tee test.txt 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 2 3 sed 'Kommando' Dateiname 4 5 Dabei kann dem Kommando mitgeteilt werden, welche Zeilen der 6 Eingabedatei es bearbeiten soll. Als Adressierung kommen folgende 7 Mechanismen in Frage: 8 9 Keine Angabe Alle Zeilen 10 Nummer Genau diese Zeile 11 Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende" 12 $ Symbolisiert die letzte Zeile 13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
[Bearbeiten] Ausgabe - Das p-Kommando
Zunächst wenden wir das Kommando p auf die ersten 3 Zeilen der Datei an:
user@sonne> sed '1,3p' test.txt 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 2 2 3 sed 'Kommando' Dateiname 3 sed 'Kommando' Dateiname 4 5 Dabei kann dem Kommando mitgeteilt werden, welche Zeilen der 6 Eingabedatei es bearbeiten soll. Als Adressierung kommen folgende 7 Mechanismen in Frage: 8 9 Keine Angabe Alle Zeilen 10 Nummer Genau diese Zeile 11 Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende" 12 $ Symbolisiert die letzte Zeile 13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
Offensichtlich zeigt der Stream Editor etwas mehr an, als uns lieb ist; er gibt einfach die gesamte Datei aus und wiederholt nur die Zeilen, die durch das Kommando »1,3p« bearbeitet wurden. Um solche »überflüssigen« Ausgaben zu unterbinden, muss die Option »-n« verwendet werden:
user@sonne> sed -n '1,3p' test.txt 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 2 3 sed 'Kommando' Dateiname
Bei der Adressierung mittels regulärer Ausdrücke müssen diese in Schrägstriche (Slashes) eingeschlossen sein:
user@sonne> sed -n '/RegEx/,/RegEx/p' test.txt 13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
[Bearbeiten] Löschen - Das d-Kommando
Der nachfolgende Aufruf löscht alle Zeilen ab der (einschließlich) 4. bis zum Dateiende:
user@sonne> sed '4,$d' test.txt 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 2 3 sed 'Kommando' Dateiname
Das Entfernen aller Zeilen, die mit einem Leerzeichen beginnen, erledigt dieser Aufruf:
user@sonne> sed '/^ /d' test.txt 10 Nummer Genau diese Zeile 11 Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende" 12 $ Symbolisiert die letzte Zeile 13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
[Bearbeiten] Ersetzen - Das s-Kommando
Das dem s-Kommando folgende Zeichen wird als Trennzeichen angesehen. Anschließend folgt das Suchmuster und, getrennt durch das Trennzeichen, das Ersatzmuster, welches wiederum mittels des Trennzeichens abgeschlossen wird. Prinzipiell kann jedes druckbare Zeichen als Trennzeichen Verwendung finden, es selbst darf allerdings kein Bestandteil eines Musters sein! Eine Substitution sieht demnach wie folgt aus:
sed 's/altes Muster/neues Muster/' datei sed 's?altes Muster?neues Muster?' datei
Im Beispiel ersetzen wir »RegEx« durch »Regulärer Ausdruck«:
user@sonne> sed 's#RegEx#Regulärer Ausdruck#' test.txt 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 2 3 sed 'Kommando' Dateiname 4 5 Dabei kann dem Kommando mitgeteilt werden, welche Zeilen der 6 Eingabedatei es bearbeiten soll. Als Adressierung kommen folgende 7 Mechanismen in Frage: 8 9 Keine Angabe Alle Zeilen 10 Nummer Genau diese Zeile 11 Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende" 12 $ Symbolisiert die letzte Zeile 13 Regulärer Ausdruck Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, Regulärer Ausdruck Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
Wer genau hinschaute, wird im letzten Beispiel eine fehlende Ersetzung von »RegEx« bemerkt haben (Zeile 14). Der Editor bearbeitet in jeder Zeile nur das erste Vorkommen. Um alle Muster zu ersetzen, ist das Kommando »g« nachzustellen:
user@sonne> sed -n 's#RegEx#Regulärer Ausdruck#gp' test.txt 13 Regulärer Ausdruck Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, Regulärer Ausdruck Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die Regulärer Ausdruck enthält
Da wir nur an den modifizierten Zeilen interessiert sind, haben wir das Sed mitgeteilt (Option -n). Allerdings würde nun das Substitutionskommando die gesamte Ausgabe unterdrücken, hätten wir dem nicht mit dem p-Kommando entgegen gewirkt.
Ein (zugegeben... etwas konstruiertes) Beispiel soll das Speichern von Mustern und den späteren Zugriff darauf demonstrieren. Es soll die Nummerierung der Zeilen von Einer- auf Zehnerschritte erhöht werden:
user@sonne> sed 's/^\([[:space:]]*[1-9]\{1,\}\)/\10/' test.txt
10 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format:
20
30 sed 'Kommando' Dateiname
40
50 Dabei kann dem Kommando mitgeteilt werden, welche Zeilen der
60 Eingabedatei es bearbeiten soll. Als Adressierung kommen folgende
70 Mechanismen in Frage:
80
90 Keine Angabe Alle Zeilen
100 Nummer Genau diese Zeile
110 Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende"
120 $ Symbolisiert die letzte Zeile
130 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten
140 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
Das Beispiel profitiert von dem Wissen, dass die Zeilenummer am Beginn der Zeile zu finden ist. Das Muster, dem unser Interesse gilt, sind alle Ziffern zu Beginn der Zeile, wobei führende Leerzeichen durchaus möglich sind. Genau jenes Muster merken wir uns für den späteren Gebrauch vor, indem wir es in »\(...\)« einschließen. Der Zugriff auf dieses erste gespeicherte Muster im Ersatzmuster erfolgt durch »\1«.
Bis zu 9 Muster lassen sich pro Zeile speichern, die entsprechend ihrer Reihenfolge mittels \1, \2,... \9 referenziert werden.
[Bearbeiten] Mehrere Kommandos - Die e-Option
Das Problem mit Kommandos wie »s« ist, dass sie keine Adressierung zulassen. Sicher gibt es Situationen, wo nur ein Teil einer Datei zu bearbeiten ist. Hier hilft das e-Kommando, mit dem sich beliebig viele Kommandos kombinieren lassen:
user@sonne> sed -e '3,$d' -e 's# #.#g' test.txt .1 Der.Aufruf.des.Stream.Editors.besitzt.immer.das.Format: .2
Zuerst werden alle Zeilen ab der 3. Zeile entfernt und anschließend die Leerzeichen durch Punkte ersetzt. Aber Vorsicht... mitunter beeinflusst die Reihenfolge der Kommandos das Ergebnis!
Eine alternative Angabe ist die Gruppierung mehrerer Kommandos. Hierzu werden diese in geschweifte Klammern gesetzt und ein Semikolon nach jedem Kommando eingefügt
user@sonne> sed '{s/ /./g;3,$d}' test.txt
.1 Der.Aufruf.des.Stream.Editors.besitzt.immer.das.Format:
.2
[Bearbeiten] Einfügen - Das i- und das a-Kommando
Die Syntax zum Einfügen ist wohl etwas gewöhnungsbedürftig. Der einzufügende Text muss auf einer neuen Zeile stehen, wobei jede Zeile bis auf die letzte durch einen Backslash abzuschließen ist. Das Kommando »i« (insert) fügt den Text vor der betreffenden Zeile ein, »a« (append) schreibt den neuen Text nach der Zeile.
user@sonne> sed '8i\ ===========================================\ Angabe Bereich von Zeilen\ ===========================================' test.txt 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 2 3 sed 'Kommando' Dateiname 4 5 Dabei kann dem Kommando mitgeteilt werden, welche Zeilen der 6 Eingabedatei es bearbeiten soll. Als Adressierung kommen folgende 7 Mechanismen in Frage: 8 =========================================== Angabe Bereich von Zeilen =========================================== 9 Keine Angabe Alle Zeilen 10 Nummer Genau diese Zeile 11 Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende" 12 $ Symbolisiert die letzte Zeile 13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
[Bearbeiten] Einfügen aus einer Datei - Das r-Kommando
Wohl in seltenen Fällen wird ein Text nur in eine einzige Datei eingefügt werden (sonst wäre der Griff zu einem herkömmlichen Editors der effizientere Weg). Eine gangbare Methode ist, den einzusetzenden Text in einer separaten Datei zu erfassen und Sed jene unterzuschieben.
user@sonne> cat ins.txt =========================================== Angabe Bereich von Zeilen ===========================================
Dieser Text lässt sich mittels des r-Kommandos einfach an beliebiger Stelle einordnen: user@sonne> sed '8r ins.txt' test.txt 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 2 3 sed 'Kommando' Dateiname 4 5 Dabei kann dem Kommando mitgeteilt werden, welche Zeilen der 6 Eingabedatei es bearbeiten soll. Als Adressierung kommen folgende 7 Mechanismen in Frage: 8 =========================================== Angabe Bereich von Zeilen =========================================== 9 Keine Angabe Alle Zeilen 10 Nummer Genau diese Zeile 11 Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende" 12 $ Symbolisiert die letzte Zeile 13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
[Bearbeiten] Schreiben in eine Datei - Das w-Kommando
Das Ergebnis des Stream Editors lässt sich in einer Datei speichern:
user@sonne> sed -n '/^1/w out.txt' test.txt user@sonne> cat out.txt 10 Nummer Genau diese Zeile 11 Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende" 12 $ Symbolisiert die letzte Zeile 13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
[Bearbeiten] Die nächste Zeile - Das n-Kommando
Soll erst die dem Suchmuster folgende Zeile manipuliert werden, ist das n-Kommando der beste Kandidat::
user@sonne> sed -n '8,${n;s/\(.\{1,\}\)/*\1/p;}' test.txt
* 9 Keine Angabe Alle Zeilen
*11 $ Symbolisiert die letzte Zeile
*13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten
Die Kommandozeile ist schwer verdaulich... aber der Reihe nach:
»-n« als Kommandozeilenoption besagt, dass die Ausgabe einzig die bearbeiteten Zeilen betreffen soll. Da jedoch das Flag »s« sämtliche Ausgaben »verschluckt«, muss »p« am Ende bemüht werden.
»8,$« adressiert die Zeilen 8 bis zum Ende der Datei. Die erste Zeile, die also gefunden wurde, ist die 8. »n« als Substitutionskommando bewirkt nun, dass die nächste Zeile in die Mangel genommen wird - Zeile 9.
Diese 9. Zeile wird nun substituiert. ».\{1,\}« meint »mindestens ein (\{1,\}) beliebiges (.) Zeichen. Da jede Zeile im Beispiel zumindest die Zeilenummer umfasst und das komplette Muster via »\(...\)« gespeichert wird, erscheint die gesamte Zeile mit vorangestelltem Stern (*\1) in der Ausgabe...
Sed fährt mit der folgenden Zeile (10) fort, die (wegen Flag »n«) übersprungen wird...
[Bearbeiten] Zeichentausch - Das y-Kommando
Einzelne Zeichen lassen sich durch andere einzelne Zeichen ersetzen. Das Zeichen an Position x der Liste zu ersetzender Zeichen wird in das Zeichen an Position x der Liste der neuen Zeichen transformatiert. Damit ist klar, dass beide Zeichenlisten dieselbe Länge besitzen müssen:
user@sonne> sed 'y/abcdefghijklmnopqrstuvwxyz/zyxwvutsrqponmlkjihgfedcba/' test.txt 1 Dvi Afuifu wvh Sgivzn Ewrglih yvhrgag rnnvi wzh Flinzg: 2 3 hvw 'Klnnzmwl' Dzgvrmznv 4 5 Dzyvr pzmm wvn Klnnzmwl nrgtvgvrog dviwvm, dvoxsv Zvrovm wvi 6 Ermtzyvwzgvr vh yvziyvrgvm hloo. Aoh Awivhhrvifmt plnnvm ulotvmwv 7 Mvxszmrhnvm rm Fiztv: 8 9 Kvrmv Amtzyv Aoov Zvrovm 10 Nfnnvi Gvmzf wrvhv Zvrov 11 Sgzig, Emwv Aoov Zvrovm elm "Sgzig" yrh "Emwv" 12 $ Sbnylorhrvig wrv ovgagv Zvrov 13 RvtEc Zvrovm, wrv wvm Rvtfo/auml;ivm Afhwifxp vmgszogvm 14 1, RvtEc Vlm Zvrov 1 yrh afi vihgvm Zvrov, wrv RvtEc vmgsäog
[Bearbeiten] Sed beenden - Das q-Kommando
Manchmal ist es sinnvoll, den Stream Editor vorzeitig zu beenden:
user@sonne> sed '3q' test.txt
1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format:
2
3 sed 'Kommando' Dateiname
user@sonne> sed -n '/sed/{p;q;}' test.txt
3 sed 'Kommando' Dateiname
[Bearbeiten] Zeilentausch - Die Kommandos h, g, G und x
Die soeben bearbeitete Zeile hält der Sed in einem Zwischenspeicher und bearbeitet diese in diesem »Pattern Space«. Hat der Editor seine Arbeit beendet, gibt er die Zeile aus und lädt die folgende Zeile der Eingabedatei in den Zwischenspeicher.
Mit dem Kommando »h« kann der aktuelle Zwischenspeicher in einen Puffer gesichert werden (»holding buffer«). Das Kommando »G« fügt den Inhalt dieses Sicherungspuffers hinter der aktuell bearbeiteten Zeile ein; »g« ersetzt die aktuelle Zeile durch den Inhalt des Sicherungspuffers. Den Inhalt der beiden Puffer vertauscht das Kommando »x«.
user@sonne> sed -e '/sed/{h;d;}' -e '4G' -e '4q' test.txt
1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format:
2
4
3 sed 'Kommando' Dateiname
user@sonne> sed -e '/sed/{h;d;}' -e '4g' -e '4q' test.txt
1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format:
2
3 sed 'Kommando' Dateiname
Erklärung: Das erste Kommando »-e '/sed/{h;d;}'« in beiden Aufrufen teilt dem Editor mit, die Zeile, die Sed enthält, zuerst in den Zwischenspeicher zu sichern und nachfolgend zu löschen. Das zweite Kommando vollzieht das Einfügen des Inhalts des Puffers. »-e '4G'« fügt nach der 4.Zeile ein (Achtung: die gelöschte Zeile wird mitgezählt!); »-e '4g'« ersetzt die 4.Zeile. Das letzte Kommando »-e '4q'« beendet die Arbeit des Editors nach der 4. Zeile.
user@sonne> sed -e '/Aufruf/h' -e '/Angabe/x' -e '$G' test.txt 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 2 3 sed 'Kommando' Dateiname 4 5 Dabei kann dem Kommando mitgeteilt werden, welche Zeilen der 6 Eingabedatei es bearbeiten soll. Als Adressierung kommen folgende 7 Mechanismen in Frage: 8 1 Der Aufruf des Stream Editors besitzt immer das Format: 10 Nummer Genau diese Zeile 11 Start, Ende Alle Zeilen von "Start" bis "Ende" 12 $ Symbolisiert die letzte Zeile 13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält 9 Keine Angabe Alle Zeilen
Erklärung: Enthält eine Zeile das Muster »Aufruf«, wird sie im Zwischenpuffer abgelegt. Steht in einer Zeile »Angabe«, so wird diese Zeile mit dem Inhalt des Zwischenpuffers vertauscht. Der Inhalt des Zwischenpuffers wird hinter der letzten Zeile eingefügt.
[Bearbeiten] Sed-Skripte
Kompliziertere und häufig benötigte Sed-Aufrufe schreibt man besser in eine Datei. Ein Aufruf des Editors sieht dann wie folgt aus:
sed -f <Skript_Datei> <zu_bearbeitende_Datei>
Beim Schreiben eines Skripts gelten folgende Regeln:
- Beginnt eine Zeile mit einem Doppelkreuz #, so handelt es sich um einen Kommentar
- Vor und nach einem Kommando dürfen keine Leerzeichen, Tabulatoren... stehen
- Stehen mehrere Kommandos auf einer Zeile, sind sie durch Semikola voneinander zu trennen
Der Stream Editor wird das gesamte Skript auf jede Zeile der Eingabedatei anwenden.
Als Beispiel dient ein kleines Skript, dass alle deutschen Umlaute in der Eingabedatei durch den entsprechenden Unicode (für html) ersetzt.
user@sonne> cat umlaut ## Ersetzen der äüö... durch Unicode s/ä/\ä/g s/ü/\ü/g s/ö/\ö/g s/Ä/\Ä/g s/Ü/\Ü/g s/Ö/\Ö/g s/ß/\ß/g
Das Anwendungsbeispiel demonstriert die Möglichkeit der Kopplung von Kommandozeilenbefehlen und einem Skript:
user@sonne> sed -e '1,12d' -f umlaut test.txt 13 RegEx Zeilen, die den Regulären Ausdruck enthalten 14 1, RegEx Von Zeile 1 bis zur ersten Zeile, die RegEx enthält
[Bearbeiten] Dateien direkt bearbeiten
Häufig ist es sinnvoll Dateien direkt zu bearbeiten, an statt sie auf die Standardausgabe zu schreiben. Dies ist mit der Option »-i« möglich.
Der folgende Befehl ersetzt alle "Hallo" in der Datei test.txt durch "Hey", ohne eine Ausgabe zu erzeugen.
user@sonne> sed -i"" 's|Hallo|Hey|g' test.txt
Achtung! Das "" nach -i ist notwendig.
Mit dieser Option ist es auch sehr einfach möglich mehrere Dateien zu bearbeiten. Hiermit werden alle Dateien im aktuellen Ordner die mit .txt enden wie gerade beschrieben bearbeitet:
user@sonne> sed -i"" 's|Hallo|Hey|g' *.txt


