Slackwarehandbuch
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[bearbeiten] Vorwort
Herzlich Willkommen beim Slackware-Handbuch.
Ihr fragt euch sicher, "Was soll das hier?" - Die Antwort ist eigentlich einfach, sehr einfach. Wir möchten ein deutschsprachiges Slackware-Handbuch erstellen, nicht mehr und nicht weniger. Es soll nicht nur eine deutsche Übersetzung von http://www.slackware.com/book/, sondern viel mehr ein komplett neues Slackware-Handbuch sein.
Natürlich hoffen wir auch auf eure Mithilfe an diesem Werk. Jeder, der etwas dazu beitragen möchte, kann dies hier tun.
Das Slackware-Buchteam freut sich über jedes Feedback - email: info_at_linuxhandbücher_dot_de !
[bearbeiten] Was ist Slackware Linux?
[bearbeiten] Get Slackware
Wenn man sich dazu entschieden hat, Slackware auf seinem Computer zu installieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten, an eine Installations-CD zu kommen.
[bearbeiten] ISO-Image aus dem Internet herunterladen
Auf verschiedenen Slackware-Servern stehen so genannte ISO-Images zur Verfügung. Das sind CD-Abbilder, die Informationen zum Erstellen einer CD enthalten. Ein FTP-Server, auf dem diese Images vorhanden sind, ist ftp://ftp.heanet.ie/mirrors/ftp.slackware.com/pub/slackware/. Eine vollständige Auswahl gibt es unter http://slackware.com/getslack/ . In dem Ordner slackware-version-iso findet man die gesuchten Dateien. Die aktuelle Slackware-Version ist 12.0. Eine weitere Möglichkeit, Slackware aus dem Internet, zu laden ist BitTorrent. Die Vorteile von BitTorrent sind einfach:
1. Kann Slackware auch kurz nach dem Release (also zu einem Zeitpunk, zu dem in der Regel noch alle FTP-Server überlastet sind) mit einer hohen Geschwindigkeit geladen werden.
2. Wird der Traffic von den Mirrors geschont und den Mirrorbetreibern entstehen weniger Kosten.
Die ersten 3 CDs beinhalten das Slackware-Grundsystem und eine große Auswahl an Software. Auf den CDs 4 bis 6 befinden sich die kompletten Quelltexte für die Slackware-Distribution. Wenn man die benötigten ISO-Dateien heruntergeladen hat, kann man diese mit einem Brennprogramm, wie z.B. k3b ( oder Nero für Windows-Nutzer ) auf eine CD-R brennen. Achtung! Nicht die Datei muss man auf die CD-R brennen, sondern man muss dem Programm mitteilen, dass diese Datei Informationen zum Erstellen einer CD enthält. Dies geschieht bei k3b unter Extras - CD - CD Abbilddatei brennen. Bei Nero geschieht dies über Datei - Öffnen, aber auch ein einfacher Doppelklick sollte in aller Regel Nero mit den richtigen Einstellungen oeffnen.
[bearbeiten] Installations-CDs bei einem Distributor bestellen
Verfügt man nur über ein Modem oder über eine Flatrate mit Volumensbegrenzung, so ist ein Download der CDs häufig die schlechtere Alternative. Viel eher bietet sich hier der Bezug über einen Distributor an, als Beispiel wären hier ISO4YOU zu nennen. Hier hat man die Möglichkeit, die CDs zu bestellen. Die Kosten belaufen sich dabei auf ca. 3€ zzgl. Versandkosten.
[bearbeiten] Installation
[bearbeiten] Erstellung von Startdisketten für die Installation
Wenn der entsprechende PC nicht von CD-ROM booten kann, muss man sich Startdisketten erstellen. Man benötigt eine Bootdiskette und zwei Rootdisketten. Die Bootdisketten befinden sich im Ordner "bootdisks" auf CD1. Dort muss man den gewünschten Kernel auswählen. Bei IDE-Laufwerken ist die bare.i eine sinnvolle Wahl, bei SCSI-Geräten ist es besser, wenn man die jfs.s nimmt. Mit diesen beiden habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Eine Beschreibung der anderen Disketten-Images befindet sich in der Datei README im selben Ordner. Für die Rootdisks, welche sich im Ordner "rootdisks" befinden, gibt es keine so große Auswahl. Hier nimmt man die "install.1" und die "install.2". Diese Images bannt man auf eine Diskette, in dem man eine der selbigen in das Diskettenlaufwerk legt und unter Linux in die Konsole eintippt dd if=imagedatei of=/dev/fd0, wobei der erste Parameter durch den Pfad zum Image-File zu ersetzen ist. Falls das Disketten-Laufwerk nicht /dev/fd0 sein sollte, ist auch dieser Parameter anzupassen. Für Windows ist auch in den jeweiligen Verzeichnissen ein Programm vorhanden, in denen man nur angeben muss, wo sich das Image befindet.
[bearbeiten] Auf Los geht's los
Wenn man nun die CD bzw. die Bootdiskette in das entsprechende Laufwerk legt, und den Rechner über den Knopf <RESET> am Rechner neu startet, erhält man nach einer Weile den Begrüßungsbildschirm. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, sollte man die Einstellung der Bootreihenfolge im BIOS überprüfen. Der Rechner muss in der BIOS-Einstellung folgende Bootreihenfolge haben: 1. zuerst von Diskette booten (falls Diskettenlaufwerk vorhanden ist), falls keine Diskette eingelegt ist 2. von CR-ROM-Laufwerk booten, falls keine CD-ROM eingelegt ist 3. von Festplatte booten. Falls man kein Diskettenlaufwerk im Rechner hat, jedoch drei Einstellungen für die Bootreihenfolge im BIOS wählbar sind, nimmt man zuerst zweimal "von CD-ROM booten" und als letzten Bootweg "von Festplatte booten".
In das BIOS der meisten Rechner gelangt man wie folgt: Während des Startvorganges des Rechners erscheint auf dem Bildschirm meistens die Meldung "Press DEL to enter Setup". Während dieser Bildschirmanzeige muss man bei einer deutschen Tastatur die Taste <Entf> drücken, bevor der Bootvorgang fortgesetzt wird. Alternativ werden oft auch die Tasten <F1>, <Strg> und gleichzeizig <F1> oder <Esc> verwendet.
Im BIOS wird man zur Eingabe weiterer Parameter angehalten, was im Allgemeinen allerdings nicht notwendig ist. Ungeübte sollten sich vor Änderungen der BIOS-Einträge den Originalzustand handschriftlich auf einem Zettel notieren! Das BIOS kann man häufig nur über die Tastatur und nur sehr selten über die Maus bedienen. In der Regel gilt die englische/amerikanische Tastaturbelegung, da der Treiber für die verwendete Tastatur häufig erst während des weiteren Booten geladen wird. Um den Buchstaben "Y" für "Yes = Ja" zu schreiben, muss man die Taste <Z> betätigen! Die Menübedienung erfolgt in der Regel über die Cursortasten = Pfeiltasten, die sich zwischen dem Buchstabentastenblock und dem Zifferntastenblock der Standardtastatur befinden.
Das BIOS kann man über zwei Wege verlassen: 1. Wenn man die Änderungen nicht übernehmen will, verlässt man das BIOS OHNE ABZUSPEICHERN (z. B. wenn man sich nicht sicher ist, was man verändert hat oder ob die Änderungen richtig sind) 2. Wenn man sich sicher ist, dass die vorgenommenen Änderungen richtig sind, muss man zur erfolgreichen Veränderung der BIOS-Einträge den Weg "SPEICHERN UND BEENDEN" wählen.
Mit einem Tastendruck auf <Enter> geht der Bootvorgang weiter. Sollte man Disketten benutzen, wird man nach einer Weile gebeten, die install.1-Diskette einzulegen und <Enter> zu drücken. Dieses sollte man befolgen. Auch bei der install.2-Diskette wird so verfahren. Mit einem Druck auf die Taste <1> kann man eine alternative Tastaturbelegung auswählen, falls man nicht im Besitz einer amerikanischen Tastatur ist. Um eine deutsche Tastatur einzustellen, wählt man qwertz/de-latin1-nodeadkeys.map aus und bestätigt den Vorgang mit <Enter>. Benutzer mit einem bootfähigen CD-ROM-Laufwerk haben es bequemer. Sie kommen gleich zur Auswahl der Tastaturbelegung (deutsche Tastaturbelegung und viele weitere Tastaturbelegungen je nach Sprache). Im darauf folgenden Screen kann man noch einmal testen, ob man das richtige Layout ausgewählt hat und mit einem Druck auf <Enter> verlässt man dieses Menü. Falls man aus Versehen die falsche Tastaturbelegung eingestellt haben sollte, drückt man <2> und <Enter>, um eine andere Tastaturbelegung auszuwählen. Nun gibt man das Wort "root" ein und drückt auf <Enter>.
[bearbeiten] Partitionierung der Festplatte
Mit dem Tool cfdisk hat man die Möglichkeit, seine Festplatte in so genannte Partitionen aufzuteilen. Dies hat den Vorteil, dass man mehrere Betriebssysteme parallel installiert haben kann und für Linux eine so genannte Swap-Partition anlegen kann, welche dazu da ist, als Erweiterung für den Arbeitsspeicher zu fungieren, wenn der installierte RAM mal nicht ausreichen sollte.
Mit cfdisk kann man neue Partitionen anlegen, Partitionen löschen, man kann die Größe verändern und den Dateisystemtyp ändern. Nachfolgend findet man eine kleine Beispiel-Partitionierung, falls Slackware das einzige auf dem Computer laufende Betriebssystem sein soll.
Name Typ Größe Mount-Point
/dev/hda1 ext2 32 MB /boot
/dev/hda2 swap 512 MB swap # wird automatisch bei der Installation erkannt
/dev/hda3 ext3 min 5GB / # diese Partition muss als Root-Partition angegeben werden /dev/hda4 ext3 Rest /home # Partition für persönliche Dateien der User
Normalerweise werden temporäre Dateien im Ordner /tmp zwischengespeichert. Wenn dieser Ordner keiner
eigenen Partition zugewiesen wurde, landet er in der Root-Partition. Das bedeutet, dass je nach Anwendung
zusätzlich Speicherplatz von der Root-Partition abgeknöpft wird. Will man vermeiden dass die Root-Partition
überläuft und somit das System instabil macht, gibt man für /tmp eine eigene Partition an. Wenn diese Partition
einmal voll sein sollte, wackelt nicht gleich das ganze System.
Die Mountpoints, bzw. die Anmerkungen müssen gemerkt und später in der Installation angegeben werden.
[bearbeiten] Das Slackware-Setup
Nun sind alle Vorbereitungen für die Installation von Slackware getroffen. Mit der Eingabe des Befehls setup startet das Slackware-Setup, ein sehr übersichtlich und einfach gestaltetes Tool, um Slackware auf dem PC zu installieren. Als erstes sollte man den Menüpunkt KEYMAP anwählen. Hier kommt noch einmal die Auswahl des Tastaturlayouts wie am Beginn der Installation. Die erste Auswahl war nur für das Setup, diese ist für das zukünftige Linux-System. Hier ist wie schon zuvor zu verfahren.
[bearbeiten] Swap-Partiton hinzufügen
Unter dem Menüpunkt ADDSWAP kann man eine Swap-Partition hinzufügen. Das System erkennt diesen Typ von Partition automatisch und mit Yes bestätigt man, dass man diese Swap-Partition für sein zukünftiges System nutzen möchte. Nach einer Weile bekommt man die Bestätigung, dass die Swap-Partition zur Datei /etc/fstab hinzugefügt wurde, welche alle Partitionen des Systems verwaltet.
[bearbeiten] Wahl einer Root-Partition
Hat man mehrere mit einem Linux-Dateisystem formatierte Partitionen, so wird man gefragt, auf welcher dieser Partitionen Slackware installiert werden soll. Die Auswahl bestätigt man mit Select.
Jetzt kann man auswählen, ob und wie man die Partition formatieren will. Achtung! Bei der Formatierung gehen sämtliche Daten auf der Partition verloren. Bei der Root-Partition ist eine Formatierung empfehlenswert. Mit Format wird der Inhalt der Partition gelöscht und ein neues Dateisystem erstellt, ohne dass nach beschädigten Blöcken gesucht wird. Die langsamere Methode Check prüft auf beschädigte Blöcke, was allerdings erheblich länger dauert. Nach dem Formatieren kann man ein Dateisystem auswählen. Es wird empfohlen, ext3 zu nehmen, was so etwas wie ein "Standard" ist, um die Kompatibilität zu erhöhen. ext3 unterscheidet sich von ext2 im wesentlichen um die Erweiterung der Journal-Funktion des Dateisystems. Diese soll die Datensicherheit erhöhen.
Im darauf folgenden Menü braucht man nur mit Enter zu bestätigen. Nun kann man sich eine Weile zurücklehnen. Danach wird man gefragt, ob man, falls vorhanden, weitere Linux-Partitionen einbinden möchte. Es ist zum Beispiel möglich, die Bootsektion /boot und die Home-Verzeichnisse unter /home auf eine externe Partition auszulagern. Dazu wählt man die entsprechende Partition aus und wählt je nach Bedarf, ob und wie die Partition formatiert werden soll. Danach wird man nach dem Mount-Point gefragt, was bedeutet, wo der Inhalt der Partition später zu finden ist. Wenn die Partitionen nicht direkt zum System gehören, sollte man sie in einem Unterordner von /mnt anlegen. Ansonsten wählt man eben /boot, /home oder andere "Einhängepunkte" aus. Nun erscheint eine Übersicht über die eingehängten Partitionen. Wieder wurden die entsprechenden Informationen in die /etc/fstab geschrieben.
Falls man Windows-Partitionen auf seiner Festplatte hat, wird man gefragt, ob man diese einbinden möchte. Falls man Yes wählt, so kann man dies tun, indem man wie bei den Linux-Partitionen verfährt.
[bearbeiten] Auswahl des Bootmediums
Im nun folgenden Dialog kann man auswählen, von wo aus man sein Slackware-System installieren möchte. In dieser Anleitung wird davon ausgegangen, dass wir von einer Slackware-CD-ROM installieren und wählen deshalb den Menüpunkt 1. Nun kann man auswählen, ob automatisch nach der CD-ROM gesucht werden soll, oder ob man selber die das Laufwerk angeben möchte. Der Menüpunkt auto ist in den meisten Fällen der geeignetste. In einigen Fällen kann es sein, dass fälschlicherweise ein CD-ROM als Slackware-CD-ROM erkannt wird. Dies erkennt man daran, dass in dem darauffolgenden Menü nur A Base Linux System zur Auswahl steht. Wenn man 2 Laufwerke hat und nur das falsche erkannt wurde, geht man auf Cancel, dann auf SOURCE und gibt nach der Auswahl der Option 1 das Laufwerk manuell an, in dem sich die CD befindet, indem man auf manual geht. Hat man nur ein Laufwerk und möchte die CD wechseln gestaltet sich das als schwieriger, denn die CD-ROM ist gemountet. Man muss mit der Tastenkombination Strg+Alt+F2 auf eine andere Konsole wechseln und Enter drücken, um diese zu aktivieren. Nun gibt man umount /dev/cdrom ein, worauf sich das CD-ROM-Laufwerk wieder öffnen lässt. Nun legt man die richtige CD ein, schließt das Laufwerk, wechselt mit Strg+Alt+F1 wieder auf die Setup-Konsole und verfährt wie oben.
[bearbeiten] Auswahl der Pakete
Es gibt nun große Obergruppen von Software, die zur Auswahl stehen. Nachfolgend ist eine Beschreibung jeder dieser Gruppen.
- A
- Das Basissystem. Dieses ist unbedingt notwendig, um ein laufendes System installiert zu bekommen.
- AP
- In diesem Paket finden sich Kommandozeilen-Tools, die den X-Server, der für die grafischen Ausgaben von Nöten ist, nicht benötigen.
- D
- Für Programmierer und Leute, die öfters Programme kompilieren, ist dieses Paket empfehlenswert. Es enthält Compiler für die wichtigsten Programmiersprachen.
- E
- In diesem Paket ist der mächtige Editor Emacs enthalten.
- F
- Viele Anleitungen und Howtos befinden sich in diesem Paket. Es ist nicht ratsam, dieses Paket zu deaktivieren.
- GNOME
- Wenn man GNOME als Desktop-System nutzen möchten, dann muss man nur dieses Paket aktivieren.
- K
- Für spätere Nachkompilierungen des Linux-Kernels ist dieses Paket notwendig.
- KDE
- Dieses Paket enthält die verbreitete Desktop-Umgebung KDE.
- KDEI
- Für die, die nicht Englisch ihre Muttersprache nennen, ist es ganz hilfreich, wenn man die in diesem Paket enthaltenen Sprachdateien für KDE selektiert.
- L
- Die System-Bibliotheken werden vom gesamten System gebraucht.
- N
- Befindet sich der PC in einem Netzwerk, will man ins Internet oder programmiert man gerne einmal PHP. Hier befinden sich die nötigen Anwendungen.
- T
- Das überwältigende Textsatzsystem ist nichts für zarte Gemüter. Man kann es aber trotzdem installieren :)
- TCL
- Wenn man TCL/TK programmiert bzw. TCL/TK-Skripte laufen lassen möchte (z.B. beim Eggdrop), so kann man auf dieses Paket nicht verzichten.
- X
- In diesem Paket befindet sich das komplette X-Window-System. Dieses ist Vorraussetzung für folgende Pakete: GNOME, KDE, KDEI und XAP.
- XAP
- Hier befinden sich allerlei Anwendungen für X.
- Y
- Eine Sammlung von recht witzig gestalteten Kommandozeilen-Games. Es macht immer wieder Spaß, diese zu spielen.
Nachdem man die Pakete selektiert hat, die man benötigt, bestätigt man seine Auswahl mit OK. Nun kann man zwischen verschiedenen Programmpaketen auswählen. full installiert nicht alles, trotz seines Namens. Es wird zum Beispiel aus dem Paket KDEI keine einzige Sprachdatei installiert. Auch aus dem Paket N fehlt eine Menge. Es wird jedem empfohlen, die expert-Variante zu nehmen und sich die Pakete auszuwählen, die man braucht. Für eine Vollinstallation wählt man einfach alles Verfügbare aus. Für eine individuelle Installation ist dies sowieso die beste Wahl.
Nun kann man sich einen Kaffee machen gehen, oder ein anderes Heißgetränk seiner Wahl :). Die Installation benötigt eine Weile. Falls man KDE oder/und GNOME selektiert hat, so muss man nach einiger Zeit die Installations-CDs wechseln und die gewünschten Programme auswählen.
[bearbeiten] Erste Konfigurationen
Nun wird man gefragt, welchen Linux-Kernel man denn gerne installiert hätte. Die, die Startdisketten benötigten, können bootdisk auswählen, nachdem sie die erste Diskette eingelegt haben. Falls man diese nicht findet, kann man auch per cdrom einen Kernel von CD-ROM wählen. Hatte man keine Probleme während der Installation, kann man auch skip wählen.
Möchte man eine Bootdiskette erstellen, so geht man auf Create. Hat man kein Diskettenlaufwerk oder will man aus anderen gründen keine Bootdiskette erstellen, so ist Skip die bessere Wahl.
Wenn man ein Modem hat, kann man hier angeben, an welchem Anschluss sich das selbige befindet, ansonsten wählt man no modem.
Um das hotplug-System zu aktivieren gehe man im folgenden Dialog auf Yes. Falls man es, warum auch immer, nicht wünscht, muss man eben No auswählen...
Nun kommen wir zur Installation des Bootmanagers LiLo (Linux Loader). Auch hier ist, wie bei der Installation, der expert die bessere Wahl. Wählen sie Begin um eine neue LiLo-Konfiguration zu beginnen. In den folgenden Menüs kann man optionale Bootparameter, die Auflösung und Farbtiefe der Framebuffer-Konsole, den Ort, an dem LiLo installiert werden soll und die Zeit, die vergeht, bis der Standard-Eintrag gebootet wird. Es ist eine Installation in den MBR (Master Boot Record) der ersten Festplatte (Vorgabe) nötig. Gehen sie nun auf Linux, um ihre bootfähigen Linux-Partitionen zum Bootmenü hinzuzufügen. Geben sie die Partition an und geben sie ihr einen Namen, welcher aus einem einzigen Wort bestehen muss. Mit Windows-Partitionen verfährt man ebenso. Zum Abschluss unserer LiLo-Expertenkonfiguration, wählt man Install, um LiLo in den MBR bzw. an den Ort zu installieren, den man angegeben hat. Wenn man simple als LiLo-Installationstyp wählt, geht das natürlich auch.
Wählen wir nun den Maus-Treiber aus. Dies muss jeder selber entscheiden, was er nimmt. Bestätigen sie ihre Wahl und sie werden gefragt, ob sie das Tool gpm (General Purpose Mouse Manager) benutzen möchten. Dies ist ein sehr hilfreiches Tool, mit dem man einen Mauszeiger in der Konsole hat, um Texte zu kopieren und wieder einzufügen oder z.B. um den Webbrowser links zu bedienen. Wählen sie Yes, wenn sie es möchten.
Befindet sich der Computer in einem Netzwerk ist die Konfiguration des selbigen sinnvoll. Zuerst gibt man den Hostnamen an, im darauffolgenden Dialog den Domainnamen. Wird die IP im Netzwerk per DHCP vergeben, so wählt man DHCP, ansonsten kann man eine statische IP angeben. Nun gibt man noch die Netmask, das standardmäßige Gateway und den Nameserver an. Am Ende wird noch eine Zusammenfassung angezeigt. Hier sollte man alles mit Yes bestätigen, wenn die Angaben stimmen.
Nun wählt man die Prozesse aus, die beim Start des Computers geladen werden sollen. Auch hier wird die Auswahl mit OK bestätigt.
Eine andere Schriftart für die Konsole ist nicht sehr sinnvoll, da bei den meisten zur Verfügung stehenden Schriftarten die Lesbarkeit extrem leidet. Man kann auch auf Yes gehen und die einzelnen Schriftarten durchprobieren und die nehmen, die einem am besten gefällt.
Im Dialog, in dem gefragt wird, ob die Hardware-Uhr auf die GMT (Greenwich Mean Time) die neue Bezeichnung ist UTC (Coordinated Universal Time)) gestellt ist, meist ist NO die bessere Wahl. Dann kann man sich seine Zeitzone heraussuchen. Für Deutschland wäre dies Europe/Berlin.
Wenn man den X-Server installiert hat, kann man sich nun eine Standard-Desktopumgebung aussuchen. Die "offizielle" Umgebung für Slackware ist GNOME (GNU Network Object Model Environment).
Nun kann man noch ein Root-Passwort setzen. Das ist das Passwort, mit dem man unbeschränkte Macht auf dem System hat. Es sollte also nur Personen gegeben werden, denen man vertrauen kann. Und die das Password unbedingt benötigen.
Herzlichen Glückwunsch! Ihr System ist bereit zu einem ersten Start. Beenden sie das Setup, entnehmen sie die CD-ROM und starten sie ihren Computer durch das Drücken der Tastenkombination Ctrl+Alt+Del neu. Im LiLo-Bootmanager wählen sie ihre Slackwareinstallation aus und nach einer Weile landen sie in ihren neuen Slackware-System.
Hier melden sie sich jetzt mit dem zuvor eingestellten Root-Passwort an und erstellen als erstes einen neuen Benutzer. Geben sie hierzu adduser in die Shell ein.
[bearbeiten] BSD Style Init
Slackware verwendet die BSD Init Skripte, im Gegensatz zu den häufiger verbreiteten SystemV Skripten. Bei Slackware selbst finden sich im Ordner /etc/rc.d/ die folgenden Dateien, gelistet hier in der Reihenfolge in der sie ausgeführt werden.
| System Initialisierung | ||
|---|---|---|
| rc.S | Führt alle unten angegebenen Skripte aus und wird direkt vom Programm "init" aufgerufen. | |
| rc.modules | Lädt alle benötigten Module nach, ruft auch rc.netdevice auf. | |
| rc.pcmcia | Sorgt für die Unterstützung von Plug&Play Hardware (falls benötigt). | |
| rc.serial | Setzt die Einstellungen für die Seriellen Ports. | |
| rc.sysvinit | Startet die SysV Emulation (falls benötigt). | |
| Setzen der Runlevel | ||
| rc.0 | Anhalten des Systems | |
| rc.4 | Starten des X11 Display Managers | |
| rc.6 | Rebooten des Systems | |
| rc.M | Mehrbenutzermodus - Standard Runlevel von Slackware | |
| rc.K | Einzelbenutzermodus |
Die rc-Skripte selbst sind einfache Shell-Skripte, in denen häufig nur geprüft wird, ob ein untergeordnetes rc-Skript ausfürbar ist, und wenn ja, wird es einfach gestartet oder mit dem Parameter "start" aufgerufen, um dem entsprechenden Dienst zu signalisieren, dass er gebraucht wird. In rc.M wird beispielsweise überprüft, ob das Skript rc.gpm, das den Dienst GPM, ein Maustreiber für die Kommandozeile, start, ausführbar ist. Wenn ja, dann wird das Skirpt mit dem Parameter "start" aufgerufen um den Dienst zu starten.
- # Start the GPM mouse server:
- if [ -x /etc/rc.d/rc.gpm ]; then
- . /etc/rc.d/rc.gpm start
- fi
Als letzte Aktion prüft rc.M, ob die Datei rc.local ausführbar ist. Wenn das der Fall ist, wird rc.local gestartet, wenn nicht, ist das abarbeiten der rc-Skripte beendet.
- # Start the local setup procedure.
- if [ -x /etc/rc.d/rc.local ]; then
- . /etc/rc.d/rc.local
- fi
Durch einfaches setzen
- chmod a+x rc.gpm
und entfernen
- chmod a-x rc.gpm
eines Bits kann man unkompliziert entscheiden, ob der Dienst beim nächsten Neustart gestartet werden soll, oder besser doch nicht, ohne ihn komplett denistallieren zu müssen und dabei Gefahr zu Laufen, die mühsam gefundene Konfiguration zu verlieren.
[bearbeiten] Konfiguration des Netzwerk
Das Netzwerk kann einfach mit dem Tool netconfig konfiguriert werden. Von Hand können die Einstellungen in den Files /etc/rc.d/rc.inet1.conf und /etc/rc.d/rc.inet2.conf geändert werden.
[bearbeiten] Konfiguration des X-Server
Die Konfiguration des X-Servers geht meist leicht von der Hand. Mit der Version 10 hat Slackware beschlossen vom XFree Project nach X.org zu wechseln. X.org ist eine Abspaltung des XFree Projects.
Zum Erstellen einer Basiskonfiguration benutzen wir nun xorgsetup. Zur Sicherheit legen wir vorher eine Kopie unserer alten Konfiguration an (wenn wir schon eine haben) dazu geben wir cp /etc/X11/xorg.conf /etc/X11/xorg.conf_backup ein. Nun starten wir das xorgsetup und beantworten die Frage mit Yes.
[bearbeiten] Das Slackware Package Management
Das Slackware Package Management basiert auf einfachen tar.gz bzw. tgz genannten, gezippten Programmarchiven. Diese enthalten Binärpackete, die einfach entpackt werden. Hinzu kommt ein spezieller Installationsordner mit Scripten die bei der Installation des Packetes ausgeführt werden. Ein Slackwarepacket besitzt keine aufwändige Abhängigkeitsprüfung, und daher sollte der Administrator selbst genau auf die Abhängigkeiten achten. Die Packete lassen sich bequem mit installpkg <foobar.tgz> installieren. Zum entfernen wechselt man am Besten nach /var/log/packages um dort dann removepkg <foobar[tab]..> einzugeben. Falls eine alte Version eines Paketes mit einer neueren zu ersetzen ist, kann man dafür upgradepkg <foobar.tgz> verwenden. Dabei wird dann zuerst das alte Paket deinstalliert, sowie die neuere Version installiert. Hierbei sollte man aber beachten, dass etwaige angepasste System-Konfigurationsdateien dann auch gelöscht werden könnten, sollte man diese also verändert haben macht man besser vorher eine Sicherheitskopie von diesen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung vom pkgtool, dieses Programm hat ein menübasiertes UI (User Interface) und ist leicht zu bedienen. Weiteres zum pkgtool finden sie im entsprechenden Kapitel. Um ein tgz packet zu erstellen ist der schnellste und einfachste Weg die Verwendung von checkinstall, das Programm wird in der Installationsreihenfolge statt make install ausgeführt.
Es sind außerdem einige Installationsprogramme zu haben, welche das installieren und aktuell halten von Slackware erleichtern.
- KDE Update Programm
- basierendes Installationstool
- Gnome Frontend
- Debian Artiges Installationstool, (apt-get)
- Swaret - automatisches Update Tool
- Gui für Slapt get, apt-get für Slackware
- Slapt-get
- Emerge für Slackware
- Portssystem für Slackware
Dieser Text wurde in Zusammenarbeit mit dem Unixboard erstellt.

